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PRIMA GESAGT Lesebühne |
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Am 27.02.10 waren
Vinzenz Fengler & Jorina Collella bei uns zu Gast.
Auszug aus „Wachbilder für Nura Nr.1"
Sie macht drei Schnitte. Zuerst trennt sie die Flosse vom Ende des Körpers, greift geübt in die Kiemen und setzt dort das Messer erneut an. Sie öffnet den Bauch und löst mit zwei Fingern die meergenährte Erinnerung aus der dunklen Höhle. Dann teilt sie den Leib in zwei Hälften. Es tut nicht weh. Es ist der Anfang der Hoffnung. Ich bin wie der Fisch in den Händen dieser Frau. Sie wird mich nicht selbst bereiten. Ich bin zwei Teile. Ich will zurück in dein Meer.
Auszug aus „Ende des Rauschens"
A unausgesprochen anklagendes vor den geschlossenen türen. der wachträume. die dich einschlossen in naive gebete.
B und dieses leichte. dieses streitbare genügen tropft partiell aus den harzigen verkörperungen unserer worte?
A ja. flüchtiges und bedenkenloses. hingetuscht wie ein aquarell in dem sich unsere bruchstellen feinkoloriert abzeichnen.
Randnotiz für Rina #4
aber das wird gar nicht nötig sein, sich innerlich zu zerreißen wie ein papier, beschrieben von einer zerstreuten erinnerung, denn die vergangenheit hat sich schon niedergeschlagen wort für wort, und man könnte das unüberlegt nennen, nähme man die sprache beim wort, aber das zurstreckegebrachte war auch nur ein versuch, sich auf die reihe zu kriegen, einreihen dagegen, sich, und in den flachstrom ohne flußbett, nie eine option, vielmehr war die eigene verortung ein ortswechsel von überkommenem zu angekommenem, also, wenn man so will, als postnataler selbstzeugungsakt zu bezeichnen, und der versuch derer, die ich meine, die hier aber nicht vorkommen, einen auseinander zu nehmen, somit ein bedauernswerter akt sich selbst nihilierender pseudoüberhöhung mit tendenz zum abfall, womit das doppelzüngige wort (be-)deutungssicher mal wieder ins schwarze getroffen hätte.
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Doroteja Novosel
Gastautoren:
Naomi Bendt, Vinzenz Fengler & Jorina Colella
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